Grundlagen für Vorarlbergs erstes Windkraftwerk

Auf dem Pfänderrücken könnte die erste Windkraftanlage im Ländle entstehen, finanziert von den BürgerInnen der Region. Doch noch stehen einige Gutachten sowie eine Volksbefragung aus. Kräftigen Rückenwind erhält das Projekt von der Klima- und Energie-Modellregion Leiblachtal.

Die Diskussion über das Windkraftprojekt am Pfänderrücken wird lebhaft geführt. In den Vorarlberger Nachrichten sind wöchentlich Pro- und Kontrastimmen nachzulesen. Landeshauptmann Markus Wallner erklärte, er wolle nicht in das laufende Verfahren eingreifen und diesem Projekt eine Chance geben. „Die Stimmung in der Region ist durchaus gut“, erklärt Bertram Schedler, KEM-Manager der Klima- und Energie-Modellregion Leiblachtal. „Mit drei Anlagen könnte gerade im Winter über 40 Prozent des elektrischen Energiebedarfs regional bereitgestellt werden“. Negative Stellungnahmen bezogen sich vor allem auf den Landschaftsschutz oder auf reichlich vorhandene Energieeffizienz-Potenziale, die vor der Errichtung neuer Kraftwerke genutzt werden sollten.

 

Ausreichend Wind. Initiiert wurde das Projekt vor etwa zwei Jahren von der Regionalentwicklung Vorarlberg. Seit Mai 2013 führt die Arbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energie Vorarlberg (AEEV) im Rahmen eines LEADER-Projekts Windmessungen am Pfänderrücken durch – und die Ergebnisse fallen vielversprechend aus. Mit durchschnittlich  5,92 Metern pro Sekunde Windgeschwindigkeit könnte am Pfänder wirtschaftlich Strom erzeugt werden. Bis zu drei Windkraftanlagen mit einer Spitzenleistung von jeweils drei Megawatt (MW) hätten im Bereich des geplanten Standortes – dem Hochberg – Platz. Der Pfänderstock als Hausberg der Bregenzer beherbergt seit 1958 eine ORF-Sendeanlage, zwei Lüftungsschächte der Pfändertunnelröhren sowie zwei Starkstromtrassen.

 

Ende 2011 beschloss der Vorarlberger Landtag einstimmig „101 enkeltaugliche Maßnahmen“, die bis 2050 zur Energieautonomie führen sollen. In diesem Dokument wird auch die Errichtung von drei bis fünf großen Windkraftanlagen mit einer jährlichen Stromproduktion von 10 Gigawattstunden bis 2020 angestrebt.

 

Bürgerkraftwerk. „Die Energieregion hat von Anfang an die Bevölkerung in die Diskussion eingebunden und bereits mehrere Vorträge, Exkursionen zu bestehenden Windparks sowie Bürgerdialoge in Eichenberg, Möggers, Hohenweiler und in Scheidegg im benachbarten Allgäu abgehalten“, so Schedler. „Die Finanzierung soll ausschließlich durch Bürgerinnen und Bürger aus der Region erfolgen.“ Für das Genehmigungsverfahren müssen nun mehrere Gutachten erstellt werden. Untersucht werden unter anderem mögliche Auswirkungen auf Vögel und Fledermäuse. Das letzte Wort  hat die Bevölkerung der Region – im Rahmen eine Volksbefragung.

 

Weitere Informationen:
www.energieregion-leiblachtal.eu
KEM Energieregion Leiblachtal
aeev.at

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