Landwirtschaftliche Biomasseproduktion

Das Land Burgenland nimmt im Bereich der alternativen Energien eine Vorreiterrolle in Österreich ein. Neben der intensiven Nutzung der Wind- und Sonnenenergie erfolgt vor allem die Nutzung von Biomasse zur Energieproduktion (Biomasseheiz(kraft)werke | Biogasanlagen etc.). Die Versorgung mit günstiger regional verfügbarer Biomasse steht im Fokus dieser Initiative. Im Land Burgenland liegt das jährlich nutzbare Potential an biogenen Abfällen zw. 60 – 80.000 Atro-Tonnen. Durch Optimierung der Sammelmethode und durch das ergänzende AP – Landwirtschaftliche Biomasse, sollen einerseits die Wärme-, Stromgestehungskosten der reg. Biomasseheiz(kraft)werke reduziert und so deren wirtschaftlicher Betrieb gewährleistet werden und andererseits die Entsorgungskosten der Kommunen reduzieren bei gleichzeitiger Erhöhung der reg. Wertschöpfung.  Zu diesem Zweck wurde zu Beginn der Weiterführungsphase in Kooperations- und Koordinationsgesprächen mit dem Burgenländischen Müllverband die entsprechenden Vorgehensweisen und Schnittstellen festgelegt. Mit 2017 startete die Neuauflage dieses KEM – Projektes in den KEM-Gemeinden und 2018 wurde diese Initiative auf den gesamten politischen Bezirk Oberwart ausgedehnt.

Bislang konnte in den KEM – Gemeinden der KEM Naturpark Geschriebenstein rd. 175 Atro-Tonnen an verwertbarer holzartiger Biomasse sortenrein gesammelt, entsprechend aufbereitet und einer reg. Verwertung zugeführt.

Projektinhalt und Ziel

Das Ziel dieser Initiative liegt in der optimalen Ausnutzung der vorhandenen reg. Ressourcen, insbesondere im Bereich der kommunalen biogenen Abfälle. Durch gezielte getrennte Sammlung der Materialströme aus dem kommunalen Bereich, sowie aus dem privaten Bereich sollen verwertbare Fraktionen geschaffen, diese dann entsprechend der vorgesehenen Verwertung aufbereitet und zum Abnehmer transportiert werden. Um entsprechende Rechtssicherheit zu erlangen und kein Konkurrenzsystem aufzubauen, wurde bereits im Vorfeld Kontakt mit den landeseigenen Betrieben (Burgenländischer Müllverband & Umweltdienst Burgenland) aufgenommen und die Durchführung der Initiative als Kooperationsprojekt gestartet. Die Öffentlichkeitsarbeit erfolgte in Form von Einzelgesprächen mit den kommunalen Entscheidungsträgern und den ausführenden Gemeindebediensteten, sowie in Form von Infomaterialien (Infos in Gemeindezeitungen, Gemeindehomepage, Aushang etc.) und öffentlichen Informationsveranstaltungen.

Bislang konnten in den Mitgliedsgemeinden rd. 175 Atro-Tonnen an holzartiger Biomasse an reg. Biomasseheiz(kraft)werke gesammelt, aufbereitet und verwertet werden.

Projektablauf

Bereits in den vorangegangenen Umsetzungsphasen wurde dieses Thema behandelt. Zu Beginn der Weiterführungsphase wurden umfassende Informations- und Kooperationsgespräche mit öffentlichen Akteuren, privaten Entsorgungsbetrieben und den Kommunen geführt. Nach Abschluss der Organisations- und Koordinationstätigkeiten wurde das Pilotprojekt auf neue Beine gestellt und in Kooperation mit BMV & UDB, sowie mit einem Dienstleisternetzwerk (Aufbereitung & Logistik) gestartet. In Rahmen von Gemeindebesuchen wurden einerseits die BürgermeisterInnen über die Vorteile und die erforderlichen Maßnahmen informiert und das Interesse an einer Teilnahme abgeklärt. Im Rahmen der Vor-Ort-Begehungen wurden die vorhandenen Sammelplätze auf ihre Eignung überprüft und gegebenenfalls bei der Adaptierung der Sammelstelle unterstützt (Positionierung, Aufteilung, Fahrtrichtung, Beschilderung etc.). 2017 konnte so, dass MRM 2 KEM-Gemeinden (Unterkohlstätten & Markt Neuhodis) bei der Neuerrichtung bzw. bei der Adaptierung der Sammelstelle beraten und bei der Umsetzung unterstützt werden. Die Sensibilisierung der Bevölkerung erfolgte durch Infomaterialien (Gemeindezeitungen, Gemeindehomepage, Einzelgespräche im Rahmen der Abwicklung der getrennten Sammlung etc.). Ergänzend wurden Beschilderungen für die getrennte Erfassung der Materialströme erarbeitet und durch den BMV den teilnehmenden Gemeinden zur Verfügung gestellt. In regelmäßigen Abständen erfolgt durch das MRM eine Vor-Ort-Analyse hinsichtlich der Qualität der Sammlung sowie zur terminlichen Koordination der Aufbereitung | Logistik |Abnahme.

Nach Eruierung der Qualität und der vorhandenen Anfallsmenge organisiert das MRM die Abnahme (Menge, Qualität, Logistikerfordernisse), basierend auf diesen Vorgaben erfolgt die Koordination der Abwicklung (Info an BMV|UDB) – Termin- und Qualitätskoordination der Aufbereitung und Logistik.

Insgesamt konnte in der 1. Weiterführungsphase rd. 175 Atro-Tonnen an holzartiger Biomasse einer reg. Verwertung zugeführt werden.

Angabe / Abschätzung der Kosten in EUR

Durch das Projekt konnten die Entsorgungskosten der Kommunen in der KEM Naturpark Geschriebenstein um rd. € 10.000,-- reduziert, die Brennstoffkosten der reg. Biomasseheiz(kraft)werke im Vgl. zu konventionellem Hackgut um rd. 20% gesenkt und die reg. Wertschöpfung (Aufbereitung & Logistik)  um rd. € 10.000,-- erhöht werden.

Nachweisbare CO2 Einsparungen in Tonnen

Durch Verkürzung der Transportwege einerseits und der im Vgl. zur Kompostierung eingesparten CH4 und CO2 – Emissionen ergibt sich eine entsprechende CO2 – Reduktion. Die Bewertung der transportbedingten CO2 – Emissionen ist äußerst schwer abzuschätzen, da das benötigte Brennmaterial via Generallieferant aus ganz Österreich bzw. aus dem Ausland angeliefert wird. Da für die reg. Aufgebrachten Materialien ein max. Transportweg von max. 25 – 30 km angestrebt wird, kann angenommen werden, dass rd. 50% der transportbedingten CO2 – Emissionen durch die flächendeckende Umsetzung dieses System eingespart werden können. Zusätzlich können die durch die Kompostierung unkontrolliert entweichenden Emissionen hintangehalten werden und durch den Ersatz von Waldhackgut (inkl. Bereitstellungskette à Emissionen) weitere CO2 – Einsparungen erzielt werden. Unter ausschließlicher Bewertung des Kompostierungsersatzes konnten bislang rd. 750 kg CO2 eingespart.

Projekterfolge (Auszeichungen) / Rückschläge in der Umsetzung

Bewusstseinsbildung in der Region | Stärkung der reg. Kreislaufwirtschaft | Steigerung des Bekanntheitsgrades der KEM Naturpark Geschriebenstein | Steigerung der reg. Wertschöpfung | monetäre Entlastung der Gemeinden | Stärkung der bgld. Biomasseheiz(kraft)werke etc.

Nachhaltige Perspektiven

Wie bereits erwähnt erfolgt bei entsprechenden positiven Umsetzungsergebnissen dieser Initiative deren Ausweitung auf die umliegenden Bezirke einerseits sowie eine Ausweitung der bewirtschafteten Materialströme (Nassfraktion für BGA – Nutzung) andererseits. Eine landesweite Umsetzung stellt bei entsprechendem Erfolg der Initiative das übergeordnete Ziel dar.

Motivationsfaktoren

Senkung der kommunalen Kosten à höhere verfügbare Finanzmittel zur Umsetzung weiterer sinnvoller nachhaltiger Initiativen | Unterstützung der reg. Biomasseheiz(kraft)werke | Erhöhung der reg. Versorgungssicherheit | Steigerung der reg. Wertschöpfung | Herstellung der Gesetzeskonformität

Modellregions-Manager

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DI (FH) Pinter Christian

     43-660-4629563
     pinter@green-consulting.at

Berufliche Laufbahn

HTBL Pinkafeld - Steuerungs- und Regelungstechnik, FH Burgenland - Energie- und Umweltmanagement, zertifizierter Juniorprojektmanager, Abfallbeauftragter, Interner Umweltauditor


Ort
Rechnitz
Öffnungszeiten
08:00 - 17:00

Mit dieser Initiative wird versucht durch Vernetzung diverser Bereiche (vor allem Vernetzung der Abfallwirtschaft mit der Energiewirtschaft) entsprechende positive Synergieeffekte zu generieren, welche in der Lage sind neben entsprechenden Kostenvorteilen auch nachhaltige ökologische Vorteile zu forcieren. So wird durch diese Initiative einerseits die Versorgungssicherheit der reg. Biomasseheiz(kraft)werke erhöht, die reg. Wertschöpfung gesteigert, sowie die zur Versorgung erforderliche Logistik optimiert (kurze Liefer- und Entsorgungswege) und andererseits die Gesetzeskonformität der Sammlung gewährleistet, die Entsorgungskosten der Kommunen gesenkt sowie die Einkaufskonditionen der Biomasseheiz(kraft)werke optimiert.

Bei Erfolg dieser Initiative ist ein weiterer Roll-out im Land Burgenland vorgesehen, sowohl durch Ausweitung des Umstellungsgebietes als auch durch Erweiterung der verwertbaren Materialströme (Nassfraktion in Richtung Biogasanlagen).

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