Plastiktaschen raus, Stofftaschen rein

Die KEM Region Biosphärenpark Großes Walsertal wird ab 2017 Plastiktaschenfrei durch die Vereinbarung mit den Nahversorgern, keine Plastiktaschen mehr auszugeben, und die Verteilung von über 1100 Stofftaschen an alle Haushalte in der Region. Die Umsetzung erfolgte durch die Jugendteams der Walser Bibliotheken, zahlreichen freiwilligen Näherinnen und mit Unterstützung der KEM Region. Einzigartig sind diese Taschen durch einen Aufnäher mit einem lustigen Spruch und den Logos der Projektbeteiligten.

Projektinhalt und Ziel

Das Ziel hat gelautet – das Große Walsertal wird plastiktaschenfrei.

Es wurden Vereinbarungen von den Jugendlichen mit allen Nahversorgern gemacht, dass keine Plastiktaschen mehr ausgegeben werden.

Alle 1100 Haushalte der Klima- und Energiemodellregion haben eine solche Stofftasche bekommen. Weitere Taschen liegen nun bei den Nahversorgern auf bzw. können auch im Biosphärenparkladen in Sonntag sowie im Klosterladen in St.Gerold käuflich erworben werden.

Das USP der Tasche ist ein Aufnäher mit lustigen bzw. sinnreichen Sprüchen sowie Logos der Projektbeteiligten. Dieser Aufnäher darf nur dem Projektziel entsprechend verwendet werden und die Anzahl der eingesetzten Aufnäher ist dann unsere Erfolgskennzahl.

Projektablauf

Die ursprüngliche Projektidee lautete, mit ökologisch hergestellten Einkaufstaschen das Thema Klima- und Energiemodellregion sowie die e5-Region wieder stärker in das Bewusstsein der Bevölkerung zu bringen. Aber da hatte das Energieteam die Rechnung noch ohne die Jugendlichen der Walserbibliothek in den 6 Gemeinden des Großen Walsertales gemacht. Diese überlegten sich fast zeitgleich im Jahr 2016, Plastiktaschen in den Nahversorgungsgeschäften im Biosphärenpark Großes Walsertal durch Taschen aus umweltschonenden Materialien oder noch besser aus Recyclingstoffen zu ersetzen. So fragten die Jugendlichen, teilweise schon ausgebildete Klimabotschafter, beim MRM um Unterstützung an.

Dabei war man sich rasch einig, die größte Schlagkraft gibt es mit einem gemeinsamen Projekt, die Jugendlichen mit Ihrem Elan und Ideenreichtum, das Energieteam als Projektbegleitung und finanzieller Rückhalt und schließlich das Biosphärenparkmanagement als Garant für die Nachhaltigkeit. So entwickelte das Projekt eine nicht für möglich gehaltene Dynamik.


Gesamte Chronologie

  • Sammlung von Stoffen auf Flohmärkten ab Frühjahr 2016
  • Erste Taschen werden genäht, richtige Unikate
  • Besuch der Nahversorger mit Bereitschaftserklärungen, alle machen mit!
  • Kooperation zwischen KEM, e5 und Walser Bibliotheken
  • Nicht nur Taschen für alle Geschäfte sondern für alle Haushalte heißt das neue und engagierte Ziel = 1100 Stück, das ist nur möglich durch Stoffspende von Textilfirma
  • Besuch des Integrativen Ausbildungszentrums, Jugendwerkstätte übernimmt die Produktion von 500 Taschen
  • Einzigartig macht die Tasche ein Aufnäher mit verschiedenen Slogans, diese wurden mittels Wettbewerb gesucht und dabei die 11 besten ausgewählt, z.B. „Mine Täscha“ oder „Ich bin dabei – plastikfrei!“
  • Erfolgreiche Suche nach Helfern und Näherinnen, die Älteste ist dabei über 80 Jahre alt (tolle Kommunikation Jung und Alt!)
  • Crowdfunding für Finanzierung der nachhaltigen Weiterführung, Sicherung der weiteren Produktion von Taschen für Verkauf bei den Nahversorgern und nicht zuletzt für ein großes Dankesfest für die zahlreichen Unterstützer und Helferinnen.
  • Sonderanfertigung für Medikamententaschen von Gemeindeärztin
  • Verteilung der Taschen an alle Haushalte mit Projekterklärung im Sommer 2017
  • Zweiter Platz beim österreichweiten Klimaschutzpreis Junior 2017
  • Sieger beim Vorarlberg Jugendprojektwettbewerb 2017
  • Erstellung Kriteriumkatalog für Verwendung des Aufnähers samt Logos für Taschenverkauf 2018
  • Taschenverkauf bei allen 6 Nahversorgern sowie im Biosphärenparkladen und im Klosterladen St.Gerold, wo das Angebot auch Gästen und Touristen präsentiert wird
  • Energy Globe Austria Award 2018 in der Kategorie Jugend
  • Projekt soll zumindest bis 31.3.2020 – Ende der KEM Weiterführungsphase 2 – laufen.

 

Angabe / Abschätzung der Kosten in EUR

Die Gesamtausgaben im Zeitraum 2017 und 2018 betragen 8.200 Euro. Davon wurden 3.620 Euro aus dem Budget der KEM finanziert, weiters wurde ein Crowdfunding gestartet und damit 5.000 Euro lukriert. Es gibt daher noch ein aktuelles Guthaben von knapp 400 Euro, das für die Produktion von weiteren Taschen verwendet wird.

Nachweisbare CO2 Einsparungen in Tonnen

Wenn diese 1100 Stofftaschen angenommen 50 mal verwendet werden, ersetzen sie damit 55000x0,12kg = 6,6 to C02 für die vermiedenen Einweg-Plastiktaschen. Nicht berücksichtigt ist in dieser Betrachtung die Stofftaschenherstellung. Selbstverständlich können/sollen die Taschen aber auch mehr als 50 mal verwendet werden.

Projekterfolge (Auszeichungen) / Rückschläge in der Umsetzung

Das ursprünglich in der KEM geplante Projektziel wurde kräftig übertroffen. Das war möglich durch die Kooperation mit der Walser Bibliothek mit seinen engagierten Jugendteams

  • Alle 1100 Haushalte unserer KEM angesprochen und mit einer Stofftasche erreicht
  • Alle Nahversorger mit schriftlicher Zusage eingebunden
  • Erfolgreiches Crowdfunding, Aufmerksamkeit weit über unsere KEM Grenzen hinaus
  • besondere Herausforderungen (nicht Probleme) waren Stoffbeschaffung und ausreichend Näherinnen für die große Zahl an Taschen. Beim Stoff gab es Spenden einer Textilfirma, die sonst diesen mit kleinen Fehlern behafteten Stoff vernichtet hätte. Bei der Produktion unterstützte uns das Jugendzentrum der Integrativen Werkstatt mit dem Nähen von 500 Taschen.
  • Weiterführung durch Taschenverkauf bei den Nahversorgern, im Biosphärenparkladen und im Klosterladen St.Gerold
  • 2.Rang beim Klimaschutzpreis Junior, 2017, Sieger beim Vorarlberger Jugendprojektpreis 2017 und Energy Award Austria, Jugendpreis 2018
  • Infos zum Projekt auf der Homepage des Biosphärenparks und der Walser Bibliothek
Nachhaltige Perspektiven

Positive Effekte sind

  • die regionsweite Vermeidung von Plastiksackausgaben durch Vereinbarungen mit Nahversorger- und Regionalgeschäften
  • die Erreichung/Einbindung aller Haushalte
  • die erfolgreiche Kooperation der KEM mit den Walser Bibliotheken
  • der tolle Einsatz der Jugend, sie setzen sich für ihre Zukunft ein
  • die gegenseitige Motivation und Zusammenarbeit von Jung und Alt
  • Einladung in andere Region, die Projekt kopieren möchten.
Motivationsfaktoren

Besondere Verantwortung, besondere Vorbildwirkung im Biosphärenpark

Modellregions-Manager

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Rinderer Albert

     43-5550-20360
     43-664-3069885
     albert.rinderer@aon.at

Berufliche Laufbahn

HTL Elektroingenieur, der sich seit 1986 speziell mit dem Thema Solarenergie und Erneuerbaren Energien beschäftigt und seit 2001 das regionale e5 Energieteam leitet. Durch die Tätigkeit im Hauptberuf im mittleren Management der Telekom sind Erfahrungen und Kenntnisse für die Koordination von Energieprojekten gegeben. Mit weiteren Ausbildungen als Energieberater und zertifizierter PV Planer kommen noch weitere fachliche Kompetenzen dazu.

Seit 2012 besteht ein Werkvertrag als Energiemanager im Umfang einer 20% Anstellung, ab 2017 erfolgt die Erhöhung auf 50%.


Ort
Thüringerberg

"Dieses Projekt hat vor allem durch das Engagement der Jugendteams der Walser Bibliotheken eine unglaubliche Dynamik entwickelt. Alle Haushalte der Modellregion haben eine Stofftasche mit dem originell gestalteten Aufnäher bekommen, alle Nahversorger verzichten auf eine weitere Ausgabe von Plastiktaschen und durch die Schaffung von Kaufmöglichkeiten soll der nachhaltige Einsatz dieser besonderen Stofftasche auch für die Zukunft gesichert werden. Einer von vielen Höhepunkten in diesem Projekt ist die Auszeichnung mit dem Energy Globe Austria Award 2018 in der Kategorie Jugend."

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