E-Carsharing Bucklige Welt - Wechselland

Das Projekt E-Carsharing Bucklige Welt – Wechselland hat das Ziel in mind. 10 Gemeinden der KEM jeweils ein E-Auto mit dazugehöriger Buchungsplattform zu installieren. Damit sollen in den Haushalten die im Projekt beteiligt sind, das einzige Auto (z.B. Pensionisten im betreuten Wohnen), 2. od. 3. Auto (z.B. bei Familien) ersetzt werden. Weiters soll in der Bevölkerung das Bewusstsein entstehen, dass, gerade im ländlichen Raum, der Individualverkehr mit Verbrennungsmotoren auch Alternativen hat, ohne auf Komfort verzichten zu müssen.

Projektinhalt und Ziel

Ziel des Projekts ist es in den Jahren 2016 bis 2018 in 10 Gemeinden jeweils ein Elektroauto auf Basis Carsharing zu betreiben. Nachdem in der Gemeinde Krumbach bereits im Jahr 2014 ein E-Carsharing Modell erfolgreich implementiert wurde, sollte dies als Best Practice Beispiel für die anderen Gemeinden dienen. Mit Stand Dezember 2018 sind nun in 10 Gemeinden der KEM E-Carsharing Systeme mit jeweils einem Auto aktiv. Die beteiligten Gemeinden sind: Kirchschlag i.d.B.W., Hochneukirchen-Gschaidt, Krumbach, Kirchberg/Wechsel, Grimmenstein-Hochegg, Warth, Bad Erlach, Lanzenkirchen, Katzelsdorf und Pitten. Das Carsharingsystem ist ein geschlossenes System wobei die Gemeinde als Betreiber auftritt und die „Mitglieder“ die einzelnen Familien bzw. Nutzer sind. Es besteht über die Buchungsplattform die Möglichkeit mit der Schlüssel- bzw. Mitgliedskarte seiner Gemeinde auch die Autos anderer Gemeinden im Projekt E-Carsharing Bucklige Welt – Wechselland zu buchen und zu nutzen.

Projektablauf

Im Frühjahr 2015 gab es eine Erstinformation für die Gemeinden der KEM über das Best Practice Beispiel Krumbach, das zu diesem Zeitpunkt bereits 1 Jahr gelaufen ist. Eigentlicher Projektbeginn war mit der Weiterführungsphase II der KEM ab Jänner 2016. Der MRM führte Gespräche mit allen Gemeinden die interessiert waren und präsentierte die Kostenrechnungsmodelle sowie den Projektablauf vor den jeweiligen Gemeindevorständen bzw. den Gemeinderäten. Grundlage für die Bestellung war ein positiver Gemeinderatsbeschluss. Nachdem im April 2016 7 Gemeinden einen positiven Gemeinderatsbeschluss getätigt hatten, wurden die Autos bestellt (Renault ZOE von 2 regionalen Händlern). Die Preisverhandlungen wurden seitens des MRM mit den Händlern geführt und nach BBG-Richtlinien abgeschlossen. Die Förderabwicklung aller Autos wurde ebenfalls durch den MRM durchgeführt. Ebenso wurden die Öffentlichkeitsarbeit, die Markenentwicklung, das Autobeklebungsdesign, und das Projektmanagement über die KEM bzw. den MRM abgewickelt. Die 7 Neuanschaffungen des Jahres 2016 sind seit November 2016 in Betrieb. Im Jahr 2017 gab es wieder intensive Gespräche mit den Gemeinden und mit August 2017 startete die insgesamt neunte Gemeinde mit einem E-Carsharing System.

Das Projektziel der KEM wurde 2018 mit dem 10. Fahrzeug in der 10. Gemeinde (Pitten) erreicht. Nach oben hin gibt es keine Grenzen, sobald sich eine Gemeinde dazu entschließt ein E-Auto anzuschaffen wird es seitens der KEM im Rahmen der Maßnahme unterstützt. Ebenso wird die KEM in der Weiterführungsphase III das Projekt weiterführen.

Angabe / Abschätzung der Kosten in EUR

Die Gesamtkosten für die Anschaffung des E-Autos inkl. Zubehör + Carsharing Plattform und Ladeinfrastruktur belaufen sich auf rund € 30.000,-- nach Abzug der Förderung pro Auto bzw. Gemeinde.

Für das erste Auto in Krumbach gab es eine Förderung der Dorferneuerung NÖ.

Die 7 Autos des Jahres 2016 wurden über die KPC mit € 4.500,-- sowie vom Land NÖ mit € 1.000,-- pro Auto gefördert. Für das Jahr 2017 steht eine Bundesförderung von € 3.000,-- und € 1.000,-- vom Land NÖ pro Auto im Raum. Es gibt noch eine Betriebsförderung die sich nach der CO2 Einsparung richtet, diese ist jedoch erst nach 3 Jahren im Nachhinein abzurechnen. Daher gibt es dafür noch keine genauen Zahlen.

Kosten für die oben genannten Tätigkeiten des MRMs finanzieren sich über das Budget der KEM.

Lt. Kostenrechnung sollen sich die Autos bei einem Fixbetrag pro Jahr zwischen € 150,-- und 400,-- pro Nutzer (Höhe je nach Anzahl der Nutzer) und einem variablen Betrag von € 1,-- pro gebuchte Stunde nach spätestens 8 Jahren amortisiert haben. Da die Fahrzeuge in Gemeindebesitz sind, können auch die Gemeindebediensteten das Fahrzeug nutzen und somit werden die Ausgaben für Kilometergelder eingespart.

Nachweisbare CO2 Einsparungen in Tonnen

Lt. Berechnung des Umwelteffekts durch die Firma Herry Consult können hochgerechnet auf 10 E-Fahrzeuge rund 54 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden.

Projekterfolge (Auszeichungen) / Rückschläge in der Umsetzung

Die Projektziele wurden durch die gute Zusammenarbeit der Gemeinden in der KEM sowie durch die ständig Präsenz des MRMs in den interessierten Gemeinden erreicht. Es gibt Vorreitergemeinden die abwartende Gemeinden mitziehen. Daher war es sehr wichtig eine Best Practice Gemeinde präsentieren zu können, wo mögliche Risiken und Chancen bereits im Vorfeld abzusehen waren und es so den Entscheidern in den Gemeinden erleichtert hat, sich für das Projekt zu entscheiden.

Das Projekt hat den E-Mobilitätspreis 2017 in der Kategorie „Gesamtengagement E-Mobilität“ des Landes NÖ erhalten.

Das Projekt wurde einer breiten Öffentlichkeit über die regionalen Printmedien sowie über die Homepage (siehe obigen Link) und Facebook bekannt gemacht.

In jeder einzelnen Gemeinde gab es einen oder mehrere E-Mobilitätstage wo das Projekt der interessierten Bevölkerung vorgestellt wurde bzw. wo man das verwendete Elektroauto testen konnte und Fragen von erfahrenen „E-Carsharern“ und Experten beantwortet wurden. Diese E-Mobilitätstage wurden auch zur Akquirierung der kommenden Nutzer des E-Carsharings genutzt und wurden sehr positiv angenommen.

Bekannte Problemfelder des E-Autos sind z.B. Reichweite, Ladeinfrastruktur, Brandgefahr bei Unfällen usw. Dazu kommt noch, dass das weitgehend unbekannte Carsharingmodell in der Bevölkerung noch nicht angekommen ist. Da die Anschaffung im Gemeinderat beschlossen werden musste, war es öfters der Fall, dass dieses Projekt von den Oppositionsparteien dazu verwendet wurde um politisches Kleingeld zu schlagen. Ein weiteres Problem war die Fördersituation im Jahr 2016 da der Zeitraum zwischen Förderregistrierung und dem eigentlichen Förderantrag (Zulassungsschein war notwendig) aufgrund der langen Lieferzeiten viel zu kurz war und die Fördertöpfe ständig geschlossen und geöffnet wurden. So bestand für die Gemeinden keine Planungssicherheit und dies hat die Entscheidungsfindung empfindlich beeinflusst.

Nachhaltige Perspektiven

Die gute Zusammenarbeit der Gemeinden mit der KEM bzw. dem MRM hat die Arbeit sehr vereinfacht und dazu geführt, dass das Projekt in dieser Dimension und der kurzen Laufzeit zustande gekommen ist.

Es gab 2 Zugangsweisen zum Projekt durch die Gemeinden: 1. Man hat das Projekt vorgestellt und auf die Zustimmung von mindestens 15 Nutzern gewartet um das Projekt zu beschließen. 2. Das Auto wurde angekauft, dann wurde es zunächst von einer kleinen Gruppe genutzt und die weiteren Interessenten konnten sich vom Funktionieren überzeugen. Die Praxis hat gezeigt, dass die Variante 2 im Endeffekt mehr Nutzer lukrieren konnte.

Es lassen sich viel Skepsis und Probleme durch permanente Aufklärungsarbeit verhindern. Es sollten auch die Probleme (z.B. Reichweite) offen angesprochen, und der Grundnutzen eines E-Carsharing Autos hervorgehoben werden.

Ein positiver Effekt des Projekts ist sicher, dass durch das Carsharing der Zusammengehörigkeitsgedanken in den Gemeinden wieder aufflammt.

Motivationsfaktoren

Ein ähnliches Projekt das als Best Practice Beispiel gedient hat und in der Umgebung unserer Region liegt ist das Projekt Piestingtaler ÖKOdrive. http://www.biedermeiertal.at/service/oekodrive/

Modellregions-Manager

Mag. (FH) Leitner Rainer

     43-2643-94111/80
     43-664-9900245
     leitner@buckligewelt.at

Ort
Lichtenegg

"Durch das Projekt E-Carsharing Bucklige Welt - Wechselland ist es gelungen, das Zukunftsthema Elektromobilität und Carsharing in das Bewusstsein der regionalen Bevölkerung zu bringen und mit dem bereits erfolgreichen Projekt E-Mobil Bucklige Welt die Region als Testregion für die E-Mobilität zu positionieren. Ein weiterer Erfolg ist, wenn man sieht, wie sehr sich die Zahl der Elektroautos und das Carsharing seit 2016 erhöht hat und sich weitere Gemeinden engagieren und die Anzahl der elektrisch und auf Basis Sharing zurückgelegten Kilometern immer mehr werden."

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