Pilotprojekt „Raus aus dem Öl“

Pilotprojekt Raus aus dem Oel copyright benjamin wald © Benjamin Wald

Das Pilotprojekt „Raus aus dem Öl“ – initiiert vom Land NÖ und der Energie- und Umweltagentur NÖ – hatte das Ziel, die verbliebenen Ölkessel in der KEM Lainsitztal innerhalb einer Laufzeit von vier Jahren (2019-2022) signifikant zu reduzieren. In dieser Zeit bewegte die KEM mit einem „Rund-um-Sorglos Paket“ möglichst viele Bürger*innen zum Ausstieg aus der Ölheizung. Dies gelang durch die intensive Zusammenarbeit der KEM Lainsitztal, der Energie- und Umweltagentur NÖ, der Gemeinden und lokalen Akteur*innen wie Installateur*innen und Banken.

Modellregion:
Lainsitztal

Ansprechperson:

Verena Litschauer
02815 77270-14
Projektinhalt und Ziel

In der Projektlaufzeit von 2019 bis 2022 wurden alle öffentlichen Gebäude und Anlagen der Region Lainsitztal, welche noch mit Öl beheizt werden, auf erneuerbare Heizsysteme umgestellt. Dafür erhielten die KEM Gemeinden die Auszeichnung „Ölfreie Gemeinden“.

Im privaten Bereich wurde eine Reduktion der Ölheizungen um 30% angestrebt (ca. 100 Haushalte). Mittels intensiver Bewusstseinsbildung, einem einzigartgien „Rund-um Sorglos-Paket“ mit Beratungs- und Fördergesprächen sowie Unterstützung bei der Umstellung auf ein erneuerbares Heizsystem wurden die Privatpersonen der Region Lainsitztal motiviert, die Ölheizungen gegen Heizanlagen mit Wärme aus erneuerbaren Energiequellen auszutauschen.

Projektablauf

Das Projekt war eine Initiative des Landes NÖ und der Energie- und Umweltagentur.

Die e-5 Vorreitergemeinde Großschönau hat sich, unter Mitnahme aller KEM Regionsgemeinden, beim Land NÖ als Pilotgemeinde beworben. Nach der Zusage seitens des Landes NÖ erfolgten Abstimmungs- und Planungsgespräche, vor allem mit der Energie- und Umweltagentur des Landes. Absprachen waren vermehrt mit proPellets Austria, dem Verband Wärmepumpe Austria, der EVN, Heizungshersteller*innen etc. notwendig. Bei der Detailabstimmung wurden zudem lokale Akteur*innen wie die Installateur*nnen der Region und die Raiffeisenbank Oberes Waldviertel miteinbezogen. Die Vorlaufzeit betrug ca. 5 Monate (Mai 2019 – September 2019). Ansprechpartner der eNu waren Dr. Heimo Bürbaumer (Planung und Öffentlichkeitarbeit) und Mag. Peter Haftner (operative Umsetzung).

Meilensteine:

  • Zusage des Projektes im Mai 2019
  • interne Abstimmungen und Erarbeitung Maßnahmenkonzept bis September 2019
  • laufende Abstimmung zwischen Gemeinden, KEM und der eNu
  • Eruierung Bestand Ölheizungen bis Juli 2020
  • Persönliche Kontaktaufnahme individuell seit Juni 2019 und flächendeckend auf Basis der Bestandsliste bis Ende 2020
  • Beratungen bis Ende 2022
  • Umstellungen bis Ende 2022
  • Auszeichnung „Ölfreie Gemeinde“ für alle KEM Gemeinden Juni 2023

Expert*innen in diesem Projekt waren einerseits die Mitarbeiter*innen der Energie- und Umweltagentur und andererseits MRM Verena Litschauer sowie Martin Bruckner (BGM der e5-Gemeinde Großschönau).

Angabe / Abschätzung der Kosten in EUR

Das Projekt wurde durch den Klima- und Energiefonds gefördert (Maßnahme in der KEM), sowie aus Geldmitteln des Landes NÖ finanziert (Pellets-Gutscheine, Energieberatung NÖ). Weiters erhielten die Umsteller eine Bundes- und Landesförderung von bis 10.500 Euro.

Nachweisbare CO2 Einsparungen in Tonnen

Laut der Energie- und Umweltagentur konnten bis Ende 2022 bereits insgesamt 600 Tonnen Treibhausgase pro Jahr durch den Tausch von Ölheizungen eingespart werden.

Projekterfolge (Auszeichungen) / Rückschläge in der Umsetzung

Im Pilotprojekt von 2019-2022 wurden mehr als 50% der noch bestehenden fossilen Heizungen in privaten Haushalten auf erneuerbare Heizsysteme umgestellt. Die Pilotaktion lief außergewöhnlich gut und das gesetzte Ziel von 100 Umstellungen wurde weit übertroffen. Über 200 Haushalte sind seit 2019 nun raus aus Öl und Gas. Das bedeutet Aufträge von etwa 3,5 Mio. Euro für die regionalen Installateure und Förderungen von rund 2 Mio. Euro für die Bürger*innen der KEM Lainsitztal.

Darüber hinaus konnten bereits alle öffentlichen Ölheizungen auf ein erneuerbares Heizsystem getauscht werden.

Der größte Erfolgsfaktor war das einzigartige „Rundum-Sorglos-Paket“:

  • kostenlose Energieberatung und Umstellungsbegleitung durch eigens ausgebildete „Erneuerbare Wärmecoaches“ (=Energieberater) (inkl. Unterstützung beim Einholen und Vergleichen von Angeboten, Beratung Finanzierungsmöglichkeiten)
  • Paket aus einer Hand durch regionale Installationsbetriebe (Öltankentsorgung, Umstellung, Förderberatung)
  • Goodies: u.a. 4 Tonnen Pelletsgutschein, Rabatte von Wärmepumpenherstellern und EVN Bonuspunkte, Ausfallshaftung des Landes NÖ für die Bundesförderung, kostenlose Zweitberatung

Unsere Schlüsselfaktoren für den Erfolg:

  1. KEM Managerin als Zentrale Ansprechstelle und Treiber in den Gemeinden
  2. Gute Zusammenarbeit zwischen KEM, Energie- und Umweltagentur des Landes NÖ, Installationsbetriebe in der Region, Regionale Banken, Erneuerbare Wärme Coaches (=Energieberater)
  3. Einbindung der lokalen Installateure
  4. Engagierte, regional gut verankerte Energieberater
  5. Persönlicher Bürgermeister-Brief an Haushalte mit Ölheizungen
  6. Umfassende Öffentlichkeitsarbeit
Nachhaltige Perspektiven

Besonders hervorzuheben ist die gute Zusammenarbeit mit der Energie- und Umweltagentur des Landes NÖ.

Aufgrund der Erfahrung empfiehlt es sich, Monitoring zu betreiben. (z.B. mithilfe einer Excel Liste). Derartiges Monitoring kann seitens der Gemeinde oder der MRM durchgeführt werden. Dadurch können die Erfolge des Projektes messbar gemacht und durch die Nachvollziehbarkeit des aktuellen Umstellungsstatus Probleme leichter gelöst werden. 

Einige Eckpunkte dieser Pilotaktion wurden übernommen und auf das ganze Land NÖ ausgerollt.

Modellregions-Manager

Litschauer Verena

     43-2815-77270/14
     v.litschauer@sonnenplatz.at

Ort
Großschönau

"Die KEM Lainsitztal nimmt ihre Vorbildwirkung war und unterstützt private ÖlheizungsbesitzerInnen bei der Umstellung auf erneuerbare Heizsysteme durch ein umfangreiches Beratungs- und Förderangebot, einem „Rund-um-Sorglos-Paket“. Dadurch wird die regionale Biomassenutzung forciert und ein wesentlicher Beitrag zur Zielerreichung „Energieautarkie der KEM Gemeinden im Jahr 2030“ geleistet."