Nachhaltig sanieren – Förderung kassieren

Im Projekt wurden den GemeindebürgerInnen im Rahmen der Infoveranstaltungen und Vor-Ort Beratungen die verschiedenen Umsetzungsmöglichkeiten und Förderungen zur thermischen Sanierung und heizungstechnischen Erneuerung aufgezeigt und als Gesamtpaket angeboten. Das Ziel dabei war, gemeinsam mit den BürgerInnen möglichst viele Sanierungen in den teilnehmen-den Gemeinden umzusetzen. Um die Wertschöpfung in der Region zu behalten, wurden Unternehmen aus den teilnehmenden Gemeinden eingeladen, als Ausführungspartner an der Umsetzung der festgelegten Sanierungsmaßnahmen teilzunehmen.

Projektinhalt und Ziel

Die messbaren Ziele umfassten die Anzahl an TeilnehmerInnen bei den Informationsabenden, die Anmeldungen zu Vor-Ort Beratung, die beschlossenen Sanierungsprojekten und die dadurch erzielten Einsparungen an CO2 Emissionen. Die aus den Informationsabenden und Vor-Ort Beratungen resultierenden Sanierungsprojekte wurden als Erfolgsfaktoren herangezogen.

Projektablauf

Das Projekt wurde mit Beginn der Weiterführungsphase im Jänner 2019 gestartet. In der Vorlaufzeit wurde ein Konzept zur Umsetzung dieses Projektes gemeinsam mit externen Experten (DI Jürgen Freithofnig, Christian Kriegl) erarbeitet. In den infor-mellen Treffen mit den jeweiligen Gemeindeverantwortlichen (Bürgermeister, AmtsleiterInnen, Bauamtsleiter, e5 Teammitglieder) wurden das Konzept zur Projektumsetzung präsentiert sowie die weiteren Arbeitsschritte abgestimmt und die Ansprechpersonen in den Gemeinden sowie die Termine für die Informationsabende festgelegt. Die informellen Treffen wurde vom Modellregionsmanager vorbereitet und fachlich vom Energieberater, DI Jürgen Freithofnig, begleitet. Nach den informellen Treffen wurden die Unterlagen zur Bewerbung des Projektes sowie zur Kontaktaufnahme von Unternehmen für die jeweiligen Gemeinden angepasst, verfasst und zur Verteilung den Gemeinden ausgehändigt. Danach erfolgten die jeweiligen Informations-veranstaltungen, bei der die KEM-Region sowie allgemeine Informationen zur nachhaltigen Sanierung, Heizungserneuerung sowie Finanzierungsmöglichkeiten vorgestellt wurden. Anschließend konnten sich die Bürger zu einer Vor-Ort-Besichtigung/Beratung und Datenerfassung über die Gemeinde oder das Modellregionsmanagement anmelden. Aus den Vor-Ort Beratungen konnten durch den Energieberater Empfehlungen für individuelle Sanierungsmaßnahmen erarbeitet und festgelegt werden. Das Angebot wurde vom Energieberater mit den betreffenden HausbesitzerInnen besprochen und danach konnte es zur Auftragserteilung kommen. Die Einholung aller behördlichen Genehmigungen und die notwendige Fördereinreichung wurden vom Projektteam übernommen.

Angabe / Abschätzung der Kosten in EUR

Die Initiative mit den Informationsabenden wurde von April 2019 – Februar 2020 durchgeführt und wird laufend umgesetzt. Das Projekt wurde mit den Förderungen aus dem KLIEN, der KEM Investitionsförderung, der Sanierungsförderung des Landes Kärnten, dem Impulsprogramm des Landes, der Bundesförderung „Raus aus Öl-Bonus“ und „thermische Sanierung“, der Landes- und Gemeindeförderung „Ölkesselfreie Gemeinde“ forciert. Durch dieses Projekt wurden bis jetzt Maßnahmen mit einem Fördervolumen von 380.000 € eingereicht. Allein durch den Tausch der Heizungsanlagen wurde ein Investitionsvolumen von in Summe etwa 1,2 Millionen Euro erreicht. Die derzeit (Stand Juni 2020) geschätzte Investitionssumme für thermischen Sanierungsmaß-nahmen beträgt 200.000 Euro und steigt laufend aufgrund derzeit noch geplanter Sanierungsarbeiten.

Die finanziellen und ökologischen Vorteile sind aufgrund der Verringerung des Gesamtenergieverbrauchs zu erwarten. Die Sanierungsmaßnahmen rechnen sich in der Regel mit 9-10 Jahren aufgrund der sehr attraktiven Fördersituation.

Nachweisbare CO2 Einsparungen in Tonnen

Durch die Umsetzung der Maßnahmen wird eine jährlichen CO2 Einsparung zwischen 300—400 Tonnen erwartet.

Projekterfolge (Auszeichungen) / Rückschläge in der Umsetzung

Es wurden über 250 Personen bei den Informationsabenden in den Gemeinden erreicht. Davon haben sich 125 Personen zur Vor-Ort-Beratung beim Projektteam angemeldet. Daraus wurden bisher 72 Sanierungsprojekte beschlossen und in Umsetzung ge-bracht bzw. zur Umsetzung vorgesehen.

Dieses Projekt ist für den Energy Globe Award 2020 in Kärnten nominiert.

Das Projekt wurde via regionaler Printmedien (Rosentaler Kurier, Der Rosentaler, Die Woche) sowie im Internet über verschiede-ne Websites (Regionshomepage, KEM-Website, Gemeindewebsites) und über die Newsletter (Regionsnewsletter, KEM-Newsletter des Klima- und Energiefonds) sowie in diversen Gemeindezeitung und Facebook-Auftritten vorgestellt. Die Informa-tionen über diese Initiative wurden den GemeindebürgerInnen mittels der Informationsabende in den teilnehmenden Gemein-den vermittelt. Die hohe Teilnehmerzahl sowie die zahlreichen Anmeldungen zur Vor-Ort Beratung zeugten vom großen Interes-se der Bevölkerung an dieser Initiative.

Die Probleme oder Hindernisse: Es hat sich herausgestellt, dass die Informationsabende so früh wie möglich, bevorzugt im 1. Quartal, durchgeführt werden sollten. Zu spät veröffentlichte Förderungen vom Bund sowie früh ausgeschöpfte Fördertöpfe verursachten die Einstellung einiger Sanierungsvorhaben. In manchen Gemeinden wurde die Initiative nicht ausreichend bewor-ben, jedoch gab es eine nachträgliche Möglichkeit zur Anmeldung einer Vor-Ort Beratung. Die Wahl des Veranstaltungsortes beeinflusste auch die Höhe der Teilnehmerzahl aufgrund der oft erschwerten Erreichbarkeit. Projektrelevante Unternehmen in den teilnehmenden Gemeinden zeigten zu Projektbeginn eine verhaltene Bereitschaft zur Unterstützung als ausführende Firma.

Nachhaltige Perspektiven

Die gute Kooperation mit den Gemeinden bei der Bewerbung des Projektes sowie der Entgegennahme von Anmeldungen zur Vor-Ort Beratung ist jedenfalls positiv hervorzuheben. Die Abstimmung und Anpassung der Informationsabende mit den Gemeindeverantwortlichen, der Gemeindeverwaltung und den externen Experten ist besonders gut gelaufen. Essentiell für den Projekterfolg ist auch, dass eine fixe Ansprechperson in der Gemeindeverwaltung, zumeist vom Bauamt, festgelegt wird, die Anmeldungen entgegennimmt und gesammelt an das Projektteam weiterleitet. Daher ist es von Seiten der Gemeinde erforderlich, zumindest eine Person aus der Verwaltung zur Verfügung zu stellen, die alle projektrelevanten Anfragen und Anmeldungen entgegennimmt und an das Modellregionsmanagement weiterleitet.

Die positiven Effekte des Projektes liegen in der starken Erhöhung an Vor-Ort Energieberatungen, Sensibilisierung der GemeindebürgerInnen zur nachhaltigen Sanierung und Heizungstausch und in der hohen regionalen Wertschöpfung durch Beauftragung von regionalen Unternehmen. Somit leistet dieses Projekt einen wesentlichen Beitrag zur Konjunkturbelebung, eine hohe regionale Wertschöpfung sowie einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz durch die Verringerung des Energiebedarfs. Die positiven Effekte durch die Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen liegen in der damit verbundenen Erhöhung der Wohnqualität, der Wertsteigerung der Immobilie, der Förderung der Gesundheit und der Reduzierung von Betriebskosten der Haushalte. Die thermischen Sanierungen sind sehr effektiv und führen sofort und direkt zur wesentlichen CO2 Reduktion.

Die Projektumsetzung bewirkt auch Folgeaktivitäten wie eine zweite Veranstaltungsreihe mit aus den bisherigen Erfahrungen angepassten Informationsabenden. Nach den Sanierungsmaßnahmen ist in weiterer Folge auch mit der Errichtung von Photovoltaik-Anlagen und Stromspeichern zu rechnen.

Die Gemeinden sollten zur erfolgreichen Umsetzung dieses Projektes auf eine frühe Vorbereitung möglichst zu Jahresbeginn (Jänner, Februar) achten und für die Vorlaufzeit ausreichend Zeit einplanen. Die Informationsabende sollten möglichst nicht im Herbst stattfinden, da die Fördertöpfe bis dahin erfahrungsgemäß ausgeschöpft sind. Die Projektbewerbung hat mittels Postwurf durch die Gemeinde, Ankündigung via Plakat und Gemeindezeitung und durch Verteilung von Flyer zu erfolgen. Zu achten ist auf einen zentral gelegenen und gut erreichbaren sowie etablierten Veranstaltungsort. Bei größeren Gemeinden sind auch abhängig von den zur Verfügung stehenden Ressourcen - mehrere bürgernahe Veranstaltungen in den verschiedenen Ortsteilen/Ortschaften denkbar. Um ausgeschöpfte Fördertöpfe zu vermeiden, sollte die Informationsveranstaltung möglichst im 1. Quartal durchgeführt werden. Wesentlich ist auch eine ausreichende Information der projektrelevanten Unternehmen, um das Interesse der UnternehmerInnen an einer Projektteilnahme zu erhöhen. Ganz wesentlich für den Erfolg einer solchen Initiative sind jedenfalls eine durchgehend professionelle Projektabwicklung mit hoher Erfahrung und Qualität und eine enge Kooperation zwischen dem Projektteam und der teilnehmenden Gemeinde.

Motivationsfaktoren

BürgerInitiative Photovoltaik–Leistbare Photovoltaikanlagen für jede(n) BürgerIn

Kooperationspartner: DI Jürgen Freithofnig, F.E.E. Future Energy Engineering e.U., fachliche Begleitung und Projektabwicklung

Christian Kriegl, Firma Synthesa, Experte für ökologische Dämmstoffe und Vortragender bei Infoabend

Mag. Christian Finger, Klimabündnis Kärnten, Klimaexperte und Vortragender bei Infoabend

Modellregions-Manager



"Die gut besuchten Informationsabende und zahlreichen Anmeldungen zu Vor-Ort Beratungen bestätigten das große Interesse der Bevölkerung an einer thermischen Sanierung und/oder Heizungserneuerung. Der Themenschwerpunkt lag in der nachhaltigen Sanierung mit der Verwendung von ökologischen Baustoffen, der Steigerung der Energieeffizienz, dem Umstieg auf erneuerbare Energiequellen sowie der Stärkung der regionalen Wirtschaft und Wertschöpfung. Die vielseitigen positiven Effekte von Sanie-rungsmaßnahmen konnten der Bevölkerung gut verständlich mittels praktischer Fallbeispiele vermittelt werden."

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