Verbesserung der Nahversorgung durch mobilen Zustellservice

Regionale Wirtschaftskreisläufe sollen gestärkt und der Individualverkehr – dadurch der CO2 Ausstoß - reduziert werden.

(Lebensmittel)Einkäufe sind nicht nur für ältere BürgerInnen ohne Fahrzeug in einer recht weiträumigen und dünn besiedelten Bergregion oft kompliziert und umständlich. Dies verursacht üblicherweise Einzelfahrten zu Supermärkten und den Kauf von Billigprodukten von weit her. Das Projekt soll regionale Produzenten unterstützen und die Bevölkerung auf deren Werte aufmerk-samer machen. Eine verbesserte soziale Vernetzung ist ein „Nebenprodukt“

Projektinhalt und Ziel

Ziel dieses Projektes ist, das Angebot von regionalen Lebensmitteln der Bevölkerung näherzubringen und das Bewusstsein für regionale Wirtschaft zu stärken.

Dieses Projekt beinhaltet die Förderung von regionaler Kreislaufwirtschaft mit Fokus auf Produzenten von Lebensmitteln. Ziel ist es, Produkte, die üblicherweise durch „Ab Hof – Selbstabholung“, oder über Wochenmärkte verteilt werden, durch Sammeltrans-porte einfach und ökologisch sinnvoll zu verteilen. 

Dadurch soll es Kunden, die keine eigene Fahrmöglichkeit haben, bzw. den Wochenmarkt an einem Samstagvormittag nicht erreichen, ermöglicht werden, leichter regionale Produkte zu beziehen.

Für messbare Erfolgsfaktoren und als Ausgangspunkt für das Projekt wurde die Datenbank des regionalen KEM-Projektes Alles-da-im-Tal hergenommen und erweitert: https://regional-im-tal.at/.

Im Zuge der Corona Krise waren Wochenmärkte für längere Zeit nicht möglich. Diese Situation bot eine ausgezeichnete Gele-genheit, das Projekt zu starten.

Projektablauf

Dieses Projekt wurde bereits im Zuge der Maßnahmenplanung der KEM-Weiterführungsphase entschieden, denn die Stärkung der regionalen Wirtschaft ist ein wichtiger Faktor gegen die Klimakrise und besonders notwendig, um dem Trend der Abwande-rung in der Region entgegenzuwirken.

Ausgangssituation war, dass mehrere Unternehmer (zB Bäcker, Gefrier-Fertignahrung etc.) als „Einzelkämpfer“ von Haus zu Haus fahren und ihre Produkte verkaufen. Das bedeutet, dass viele Fahrzeuge unterwegs sind, jedoch den Bedarf an Lebensmit-teln für Haushalte bei Weitem nicht abdecken. Eine Verringerung von Einzelfahrten mit gleichzeitiger Erhöhung des Produktan-gebotes an der Haustüre war das grundsätzliche Ziel.

Mehrere Gespräche mit 2 verschiedenen Interessenten für ein Lieferservice für eine Vielzahl von Lebensmitteln, haben im Laufe des Jahres 2019 stattgefunden. Detailplanungsprozesse haben jeweils begonnen, die bis zum Lockdown der Corona Krise noch nicht konkretisiert werden konnten.

Durch die Corona Krise wurde der aktuelle Bedarf besonders akut, weil die Verteilung der regionalen Produkte durch die ge-schlossenen Wochenmärkte erheblich behindert wurde.

Eine Stichproben-Bedarfserhebung bei Produzenten und Konsumenten lieferte das Ergebnis, dass Sammelbestellungen und gebündelte Zustellung von Lebensmitteln von über 50% der Befragten gewünscht werden.

Zwei regionale Transportunternehmen, die geographisch sehr günstig gelegen sind, verfügen über benötigte Fahrzeuge und Lenker.

Im April 2020 wurde das Konzept des Lieferdienstes durch persönliche Gespräche zwischen MRM, Produzenten und Transportunternehmen besprochen und abgestimmt. Die zwei Transportunternehmen fungieren als Verteilzentrale. Die Produzenten bewerben das Zustellangebot direkt per Mundpropaganda. Eine Presseaussendung und Informationsverteilung über die Gemeindezei-tungen, bzw. Onlinemedien wurde durchgeführt.

Angabe / Abschätzung der Kosten in EUR

Die Kosten dieses Projektes verteilen sich grundsätzlich zwischen Kunden und Produzenten. In unserer Region wird eine Zustel-lung mit 10€ kalkuliert. Dieser Betrag ergibt sich aus den durchschnittlichen Entfernungen, der Dichte der Besiedelung und den Personal- und Fahrzeugkosten.

Für die ersten 4 Monate, d.h. die Anlaufphase wird die Aufteilung der Kosten wie folgt vorgenommen:

Zustellpauschale pro Kunde: 4€

Lieferkosten für den Produzenten: 10% des Umsatzes.

Sollte eine Lücke auf die 10€ der Kosten entstehen, wird diese vorübergehen und limitiert aus dem KEM-Budget bestritten.

Nach 4 Monaten wird der Erfolg evaluiert und Parameter entsprechend angepasst, bzw. erweitert.

Weitere Förderungen wurden nicht beansprucht.

Kosten von ca. 450€ für die Aktualisierung der Webseite https://regional-im-tal.at/ wurden aus dem KEM-Budget bestritten.

Nachweisbare CO2 Einsparungen in Tonnen

Eine exakte Bezifferung der CO2 Einsparung ist für dieses Projekt nicht möglich.

Projekterfolge (Auszeichungen) / Rückschläge in der Umsetzung

Dieses Projekt ist zZ der Berichtslegung (Zwischenbericht Weiterführung II) noch in der Erprobungsphase. Eine Vorstellung für die Bevölkerung hat im Zuge einer Presseaussendung, Online Medien und Berichte in den Gemeindezeitungen stattgefunden.

Das Feedback der Bevölkerung ist grundsätzlich positiv. Die Zustellungskosten werden jedoch zum Teil kritisiert. Mehr Aufklärung über die Vorteile der Zeiteinsparung und den wirklichen Sinn und Wert dieses Projektes wird notwendig sein.

Nachhaltige Perspektiven

Aus der Not der Corona Krise und der damit verbundenen Diskussionen wurde die gewachsene Aufmerksamkeit und Sensibilität der Bevölkerung genutzt, die regionale Wirtschaft mehr zu schätzen und zu unterstützen. Dieses Verhalten muss auch nach dem Abklingen der Corona Krise erhalten bleiben.

Positive Effekte dieses Projektes sind Diskussionen in der Bevölkerung über den Wert von regionaler Wirtschaft.

Das grundsätzliche Verständnis für höhere Preise von Qualitätsprodukten von regionalen Quellen scheint durch die massiven Werbemaßnahmen von internationalen Großkonzernen bei einem recht großen Bevölkerungsanteil etwas „gedämpft“ zu sein.

Hier geilt es, einen bereits merkbaren Trend zu Qualitätsbewusstsein und Verständnis für Preise stark zu unterstützen.

Motivationsfaktoren

Ein ähnliches Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem „Nockmobil“ und der KEM Nockberge und die Umwelt realisiert:

https://www.kem-nockberge.at/2020/04/10/lieferservice-nockmobil/

Modellregions-Manager

Ing. Florian Hermann

     43-4246-29406
     43-699-19292939
     hermann.florian@nockregion-ok.at

Ort
Radenthein

"Wir müssen „aufwachen“ und regionale, ökologisch und sozial einwandfrei produzierte Produkte verwenden. Besonders in ländlichen Regionen werden viele Lebensmittel durch kleine Betriebe produziert und vermarktet. Die Qualität dieser Produkte ist hervorragend. Die Produktionskosten sind hingegen eher hoch und die Verteilung schwierig. Ökologische und soziale Schäden, die in anderen Regionen der Erde durch internationale Großkonzerne verursacht werden, werden zugunsten der niedrigen Preise von vielen Konsumenten ignoriert. Dieses Projekt stellt einen Meilenstein einer Initiative zur Stärkung regionaler Kreislaufwirtschaft dar."

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