Voi Lebm! Lebensklima Donau-Böhmerwald

Das Projekt „Voi lebm!“ ist ein umfassender Beteiligungs- und Umsetzungsprozess, der als LEADER-Projekt gemeinsam mit der Klima- und Energiemodellregion Donau-Böhmerwald und anderen Akteurinnen und Akteuren der Region durchgeführt wurde, um eine nachhaltige Vision für das Zusammenleben in der Region im Jahr 2040 zu entwickeln. Dazu zählen Themen wie regionale Wirtschaft und Konsum, nachhaltige Mobilität, neue Formen der Bildung, Resilienz, Jugendarbeit, Energie und Wohnen, Ernährung, neue Formen der Arbeit, Werte und Lebensstile, Raumplanung.

Modellregion:
Donau-Böhmerwald

Ansprechperson:

Johannes Großruck
07283/810706
Projektinhalt und Ziel

Wie kann unsere Zukunft aussehen im Jahr 2040?“ – diese Frage war die Ausgangsüberlegung für die Entwicklung des Projekts „Voi Lebm!“ in der Region Donau-Böhmerwald. Gemeinsam mit Multiplikatoren, Visionären und der Bevölkerung wurden Lösungen und Ideen für acht konkrete Themenfelder entwickelt und im Projektzeitraum bearbeitet.

Dazu zählen die Bereiche Werte & Lebensformen, Neue Formen von Arbeit, Ernährung, Energie & Wohnen, Nachhaltige Mobilität, Neue Formen von Bildung, Wirtschaft & Konsum, VoiLebm-(Glücks-)Modellregion.

Die Ziele dabei waren:

  • Leben und zeigen was IST und was sein kann
  • Bewusstseinsbildung in den Gemeinden, Vereinen und Institutionen
  • Schaffen von Umsetzungspartnerschaften
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Projektunterstützung und Begleitung

Dabei wurden im Konkreten unter anderem folgende Umsetzungsprojekte durchgeführt:

  • „Land auf – Film ab“ – eine Kooperation mit der HBLA Elmbach und der Bezirksbauernschaft Rohrbach zur Gestaltung eines Films über reale Landwirtschaft sowie von Unterrichtsmaterialien für Volksschulen
  • „Bibliotheken öffnen Welten“ – eine Kooperation mit dem Verein Lebensraum Donau-Ameisberg über die Beschaffung nachhaltiger Literatur für Bibliotheksstandorte in der Region (Schulen und öffentliche Büchereien). Die Bibliotheken wurden dabei mit Literatur über Klimaschutz, Erneuerbare Energien, Nachhaltige Lebensweisen, Ernährung etc. ausgestattet.
  • „Repair-Café“ – eine Kooperation mit dem BAV Rohrbach und dem Verein „Wir Mühlviertler“ um in der Region Repair Cafés zu initiieren.
  • „Jugend & Mobilität“ – eine Kooperation mit der Jugendplattform Rohrbach, um gemeinsam mit Jugendlichen Anforderungen an „junge Mobilität“ zu definieren – Mitfahrbuchten, Fahrgemeinschaften, etc.
  • „Voi Lebm!-Modellregion“ in Kooperation mit dem Frauennetzwerk Rohrbach zur Abhaltung einer Fachtagung über Resilienz
  • „Flächenkonto Donau-Böhmerwald“ – eine Kooperation mit dem LAG-Management zur Erarbeitung eines Leitfadens für Gemeinden der Region zum Thema nachhaltiger Ortsentwicklung und Flächenwidmung.
Projektablauf

Ausgehend von einem 2-jährigen Regionalentwicklungsprozess namens „Glamurs“ wurden Überlegungen und Ideen übernommen und in eine eigenständige Projektplanung gegossen. Aufbauend auf einem LEADER-Projekt konnten so gezielt die einzelnen Themenfelder durch den Aufbau eines Kernteams mit 18 Mitgliedern aus unterschiedlichen Organisationen und gesellschaftlichen Hintergründen adressiert werden und durch die Kooperation eine regionale Breitenwirkung erzielt werden, die für einen Einzelakteur nicht möglich gewesen wäre.

Gestartet wurde das Projekt mit Vorausplanungen Mitte 2017 und konnte als erste Projektphase bis Mitte 2019 abgeschlossen werden. Dabei standen die Umsetzungen der einzelnen Projekte im Vordergrund, aber auch die gezielten Gespräche mit Gemeinden und der Bevölkerung. So wurden Zukunftsworkshops ebenso abgewickelt, wie Gemeindegespräche oder ein gemeinsames Zukunftsfest im Sommer 2019 und ein Genussmarkt im Herbst 2019.

Angabe / Abschätzung der Kosten in EUR

Mit einem Projektbudget von EUR 145.000,-, das maßgeblich über eine LEADER-Projekt und Eigenmittel des Regionalentwicklungsvereins Donau-Böhmerwald aufgebraucht werden konnte, konnten die einzelnen Umsetzungsmaßnahmen gemeinsam mit den Partnern abgewickelt werden.

Nachweisbare CO2 Einsparungen in Tonnen

Durch die langfristige Positionierung dieses Metaprojekts als Vision für die Region lässt sich aus den umgesetzten Maßnahmen in dieser ersten Projektphase keine konkrete CO2-Einsparung beziffern. Bei allen Veranstaltungen und der Veranstaltungsmobilität wurde dabei auf die Erreichung von Green Event-Standards hingewirkt, zum Beispiel durch entsprechend regionale Verköstigung oder den Einsatz von E-Mobilität als Shuttledienst.

Projekterfolge (Auszeichungen) / Rückschläge in der Umsetzung

Durch die Projektumsetzung konnte „Voi Lebm!“ als Dachmarke für nachhaltige Entwicklung der Region Donau-Böhmerwald etabliert und gefestigt werden. Mit gezielter Öffentlichkeitsarbeit wurde ein Bewusstsein für die Vielfalt der Herausforderungen und Chancen mit Blick auf eine Vision für Jahr 2040 geschaffen. Über 350 Akteurinnen und Akteure haben sich am Projekt aktiv beteiligt, 3.500 Kinder, Jugendliche, Erwachsene aus der Bevölkerung konnten durch die unterschiedlichsten Vorhaben erreicht werden und für das Thema sensibilisiert werden.

Herausfordernd war dabei unter anderem die offene Struktur an beteiligten Projektpartnern. Deren Koordination und die Abstimmung mit den Entscheidungsträgern war durchaus immer wieder herausfordernd, aber notwendig und letztlich zielführend für den Erfolg des Projekts. Enttäuschend ist, dass eine direkte Projektverlängerung seitens der verantwortlichen Obleute nicht weiterverfolgt 

Nachhaltige Perspektiven

Auch wenn das konkrete Projekt nicht unmittelbar fortgeführt werden konnte, so ist die Etablierung der Nachhaltigkeitsmarke „Voi Lebm!“ in der Region als langfristige Positionierung für die dazugehörigen Themen zu sehen. Es wird auch weiterhin Projekt geben, die gezielt unter dieser Marke firmieren, um den Innovations- und Visionscharakter zu schärfen.

Geplant ist darüber hinaus eine Art „Voi Lebm! 2.0“, wo eine weniger institutionalisierte Projektstruktur samt Kernteam existieren soll, sondern verstärkt die unterschiedlichsten Projektideen der Region gesammelt und gegenseitig gestärkt werden sollen. Das ist als ein Ergebnis des ursprünglichen Projekts zu werten, wo sich herausgestellt hat, dass viele Vereine, Organisationen, aktive Gruppen der Region bereits Projekte umsetzen, die gut zu den Themenfeldern passen und bei der Umsetzung ihrer Ideen Mitstreiter benötigen.

Auch vor allem das Thema des regionalen Flächenkontos als Beitrag zur koordinierten, nachhaltigen Flächenwidmung in den Gemeinden soll in der Region weiter konkretisiert werden.

Motivationsfaktoren

Ein besonderer Motivationsfaktor war die breite Unterstützung seitens der Organisationen, Projektpartnern und Gemeinden, die dem doch sehr vielschichtigen Projektansatz offen gegenüberstanden und sich auf Neues einließen. Besonders in den persönlichen Workshops und Gemeindegesprächen wurde den Mitgliedern des Kernteams sehr viel Wertschätzung und Interesse für die Projektinhalte entgegengebracht. Daraus konnte auch die Notwendigkeit einer gezielten Beschäftigung mit der nachhaltigen Zukunftsentwicklung der Region abgelesen werden.

Modellregions-Manager

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Mag. Großruck Johannes

     +43-7283-810706
     43-660-3001811
     grossruck@donau-boehmerwald.info

Berufliche Laufbahn

Studium der Kulturtechnik- und Wasserwirtschaft an der Universität für Bodenkultur in Wien. Spezialisierung auf die Bereiche Wasserbau, Flussmorphologie, Angewandte Gewässer- und Fischökologie.


Ort
Sankt Martin im Mühlkreis
Öffnungszeiten
Mo-Fr 8:00 - 12:00, Mo-Do 13:00 - 16:30

"„Voi Lebm!“ – also ein gutes Leben für alle in der Region ist ein regionales Leuchtturmprojekt der vergangenen Jahre – zahlreiche Organisationen und Persönlichkeiten haben sich in einem regionalen Kernteam zusammengefunden und gemeinsam auf unterschiedlichen Ebenen Projekte und Prozesse angestoßen, die den Weg zu einer nachhaltigen Vision für das Jahr 2040 zum Ziel hatten. Dabei standen besonders die offene Teilhabe und die Gemeinschaft im Vordergrund, weniger die regional verankerten institutionellen Strukturen. Das gesamte Projekt zeigt von der Fülle an Lebensqualität, die in einer Region durch konkrete Maßnahmen im Bereich Klimaschutz und Nachhaltigkeit entstehen kann. Es zeigt aber auch, dass eine Zukunftsvision ohne KEM-Themen heute nicht mehr denkbar ist und dass „Klima“ begrifflich immer auch eng mit „Lebensqualität“ verknüpft ist – im metaphorischen wie auch im wörtlichen Sinne."

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