E-Bike-Aktion

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Im Rahmen der E-Bike-Aktion kauft die jeweilige Wohnsitzgemeinde
max. 50 E-Bikes unter Ausschöpfung der aufgelegten Bundesförderung und eines 10%igen Händlerrabatts an und vermietet sie an interessierte Bürger auf mind. 4 Jahre. Nach Ablauf der Mietdauer kann der Mieter das E-Bike kostengünstig unter Anrechnung einer weiteren Gemeindeförderung erstehen.

Modellregion:
Energie Zukunft Zillertal *
Modellregions-Manager:
Hauser Thekla
Projektinhalt und Ziel

Ziel war es, der einheimischen Bevölkerung einen kostengünstigen Zugang zur Nutzung von E-Bikes, die am Markt noch recht teuer sind, zu ermöglichen. So kann der innerörtliche motorisierte Individualverkehr reduziert werden bzw. können damit auch ältere Menschen wieder umweltfreundlich Kurzstrecken überwinden. Nachdem bereits in drei Gemeinden während der Erstellung des Umsetzungskonzepts das Projekt erstmals gestartet wurde und die jeweils max. Anzahl von 50 E-Bikes sofort ausgeschöpft war, wusste man, dass die Aktion bei der Bevölkerung sehr gut ankommt. Daher war das Ziel der Region so viele Gemeinden als möglich für die recht aufwändige Abwicklung der Aktion zu gewinnen. Man rechnete damit, dass das Angebot auch in den anderen Gemeinden so gut angenommen wird.

 

Projektablauf

Die erste Ansprechpartnerin für das Projekt Frau DI (FH) Marion Hiptmair von komobile Gmunden GmbH, die eine Vor-Ort-Beratung für die Gemeinden zum Thema „Innovative klimafreundliche Mobilität für Regionen, Städte und Gemeinden“ abgehalten hatte. Aus dieser Beratung kristallisierte sich ein großes Interesse für das Thema E-Bike heraus. Im Rahmen der Förderoffensive für Elektro-Fahrräder können pro Gemeinde 50 E-Bikes pro Jahr angeschafft werden, wobei die Förderung bei Verwendung von 100% EET bzw. Ökostrom EUR 400 pro Fahrrad beträgt. Gleichzeitig wurde mit den Fahrradhändlern ein Rabatt von 10% vereinbart. Interessierte Bürger, die ein E-Bike kostengünstig nutzen wollten, konnten sich daher an die an der Aktion beteiligten Gemeinden wenden. Dort erhiehlt der Interessent einen Gutschein, mit dem er sich an einen der am Gutschein ausgewiesenen Fahrradhändler wenden konnte.

Beim Fachhändler suchte sich der Bürger das E-Bike seiner Wahl unabhängig vom Preis aus. Die Gemeinde kaufte sohin das ausgewählte E-Bike und schloss mit dem Bürger einen Mietvertrag für die Nutzung des Bikes auf mindestens vier Jahre. Eigentümer des E-Bikes verblieb die Gemeinde, die Nutzung wurde mittels Mietvertrag auf den Bürger übertragen, der eine jährliche Miete an die Gemeinde zu bezahlen hat. Nach Beendigung des Mietvertrages kann das E-Bike durch die Zahlung des Restwertes von mind. 25% des Anschaffungswertes vom Mieter erworben werden, wobei die Gemeinde hier nochmals einen einmaligen Zuschuss von EUR 150 gewährt bzw. bei der Vorschreibung entsprechend abziehen wird. Die vollständige Abwicklung mit dem Interessenten, von der Vertragserrichtung für den Leihvertrag bis hin zur Zahlungsabwicklung und Gutscheinausstellung  die jeweilige Wohnsitzgemeinde.
Im April 2015 wurde zudem der erste Elektromobilitätstag mit mehreren hundert Besuchern über den Tag verteilt und einer Live-Radiosendung auf Radio U1 abgehalten. Dort stellten die Fahrradhändler ihre neuesten Modelle aus. Neben E-Bikes konnten auch Elektro-Autos Probe gefahren werden. In Summe konnten im Jahr 2015 über diese Aktion 206 E-Bikes angekauft und den Bürgern kostengünstig zur Verfügung gestellt werden. Es wurden weitere 37 E-Bikes über eine reine Gemeindeförderung, ohne Bundesfördermittel in Umlauf gebracht. Wenn der Bürger nach Ablauf des Mietvertrages das E-Bike kauft, so erspart er sich je nach Wahl des Modells durch die Anrechnung der Bundesförderung, der zusätzlichen Förderung von EUR 150 und dem 10%igen Händlerrabatt in Summe rund sieben bis neunhundert Euro. Ein weiterer, massiver Pluspunkt ist die Belebung der Wirtschaft bzw. des Fahrradhandels. Bereits im Vorjahr konnten auf diese Weise 150 Fahrräder in Umlauf und über 400.000 Euro Umsatz dem regionalen Wirtschaftskreislauf zugeführt werden. Nach zwei erfolgreichen Jahren sind es mittlerweile rund eine Million Euro Umsatz, die dem lokale Fahrradhandel zu Gute kommen.

Angabe / Abschätzung der Kosten in EUR

Die Aktion verläuft unter Zurechnung der Vorbereitungszeit bis hin zur Endabrechnung über einen Zeitraum von rund 10 Monaten. Das Projekt wurde durch Fördermittel des Bundes und der Gemeinden sowie durch Händlerrabatte und den Mieteinnahmen finanziert. Das Projekt amortisiert sich innerhalb von vier Jahren.

 

Nachweisbare CO2 Einsparungen in Tonnen

412 E-Bikes in den Jahren 2014/2015 führten zu einer CO2-Einsparung von 123,60 Tonnen (Umrechnungsfaktor lt. Frau DI (FH) Hiptmair 0,3 t / E-Bike).

 

Projekterfolge (Auszeichungen) / Rückschläge in der Umsetzung

Der Projekterfolg lag beim ersten Versuch in den ersten drei Gemeinden, da die Kontingente von max. 50 E-Bikes pro Gemeinde innerhalb weniger Wochen vergeben waren. Ein massiver Rückschlag im Projekt war aufgrund fehlerhafter Förderantragstellung die Nicht-Genehmigung von 19 E-Bikes in einer Gemeinde. So blieb die Gemeinde auf Kosten in Höhe von EUR 7.600 sitzen. Durch diesen Rückschlag waren sehr viele Gemeinden logischerweise verunsichert und sprangen daher kurzfristig vom Projekt 2015 ab. Es konnten daher nicht mehr so viele Partnergemeinden für die Aktion gefunden werden. Andere Gemeinden wiederum machten aufgrund der sehr aufwändigen Abwicklung (Ausschreibung der Aktion, Händlergutschein, Mietvertrag, Abrechnung Händler, Einreichung und Abrechnung Förderstelle, Mietvorschreibungen, etc.) und der nötigen Vorfinanzierung der E-Bikes nicht mit. Es gab genügend öffentliche Anfragen und Rückmeldungen zur Aktion, die jedoch genau in die Zeit der allgemeinen Verunsicherung fielen. So sollte die KEM Zillertal die Aktion z.B. auch beim Gemeindeworkshop in der Nähe von Graz am 16.03.2015 einem breiten Publikum vorstellen. Aufgrund der Unsicherheit wurden diese Anfragen jedoch abgesagt und das Projekt nicht öffentlich vorgestellt. Die letztlich verbliebenen Gemeinden zogen die Aktion 2015 mit Erfolg unbeirrbar durch. Es erfolgte im Juni 2015 eine umfassende Prüfung der Förderstelle des Bundes in einer Gemeinde vor Ort, die positiv abgeschlossen werden konnte. Aufgrund der schwierigen Situation wurde von Seiten der Gemeinden und des KEM Managements das Projekt für keine Wettbewerbe udgl. angemeldet und auch sonst keine Öffentlichkeitsarbeit betrieben.

Nachhaltige Perspektiven

Absolut positiver Nebeneffekt ist der hohe Umsatz und damit die Belebung der regionalen Wirtschaft, die mit dem Projekt einhergeht. Bei Einhaltung aller Auflagen und bei penibler Umsetzung der Förderrichtlinien erhält ein Bürger einen äußerst kostengünstigen Zugang zur Nutzung von E-Bikes. Als Folgeaktivitäten haben sich Veranstaltungen wie das „Ausradeln“ zum Saisonende etabliert, wo alle für eine Ausfahrt zusammenkommen. Besonders zu beachten ist, dass es zu keinen Fehlern in der Förderabwicklung und der Abwicklung im Allgemeinen kommt. Sonst fallen die Fördermittel des Bundes flach und die Gemeinden bleiben auf diesen Kosten sitzen. Wer dieses Projekt nachahmen möchte ist gut beraten, im ersten Schritt mit Frau DI (FH) Marion Hiptmair von komobile Gmunden GmbH Kontakt aufzunehmen.

 

Motivationsfaktoren

Die enorme Unterstützungsleistung von Frau DI (FH) Hiptmair motiviert sehr. Außerdem motivieren das positive Feedback der E-Bike-Nutzer sowie jene der regionalen Handelsbetriebe.

 

Modellregions-Manager

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Hauser Thekla

     43-5283-20140
     info@planungsverband-zillertal.at

Berufliche Laufbahn

langjährige Tätigkeit für den Tourismusverband Mayrhofen in leitender Funktion.


Ort
Ried im Zillertal
Öffnungszeiten
Mo-Fr 8-12 Uhr

Modellregionsmanagerin Thekla Hauser: "Die Idee wurde bereits im Vorjahr von drei Gemeinden entwickelt. Es konnten im ersten Jahr bereits über diese Schiene 150 E-Bikes abgesetzt und damit ein Umsatz von über EUR 400.000 dem regionalen Wirtschaftskreislauf zugeführt werden. In Summe konnten in beiden Jahren bis Sommer 2015 über 400 E-Bikes in Umlauf gebracht werden. Die Aktion beschwerte damit dem regionalen Fahrradhandel bisher einen Umsatz von rund einer Million Euro."

 

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