Abwärmenutzung und Ökostrom aus der Zellstoff Pöls AG

Die Zellstoff Pöls AG erschließt konsequent die Wertschöpfungskette Holz. Das betrifft neben der Herstellung von Papier und Zellstoff auch Energie und andere Sekundärprodukte. Es wurde eine 50 WMel-Dampfturbine installiert, über diese wird aus der Verbrennung von Sulfatlauge 125 GWh Ökostrom her-gestellt, zur Eigenversorgung und Überschusseinspeisung. Weiters wird Fernwärme für die Versorgung des nahegelegenen Aichfeldes ausgekoppelt. Die Energieeffizienz wurde gesteigert zb. durch die Rückgewinnung und Nutzung von Brüdendampf und Wärmerückgewinnung am Laugenkessel.

Modellregion:
Energie Pölstal *
Modellregions-Manager:
DI Bärnthaler Josef
Projektinhalt und Ziel

Ziel des Unternehmen war es, die Gesamteffizienz im Stoff- und Energiefluss zu erhöhen

  • Eigenstromerzeugung über 50 MWel Dampfturbine, Einspeisung von Überschuss in das 110 kV Stromnetz
  • Auskoppelung von Fernwärme für das Aichfeld, damit auch Vermeidung der Verbrennung von waldfrischer Biomasse in Heizwerken (Rohstoffkonkurrenz, höherwertige Nutzung stofflich vor energetisch!)
  • Rückgewinnung von bisher ungenützten Abwärmepotentialen wie Brüdendampf
  • Extraktion von wertvollen Rohstoffen aus der Sulfidlauge, wie zb. Toluol

 

Projektablauf

Die Dampfturbine und Fernwärmeauskoppelung wurden vor dem Start der MR begonnen.

Während der Laufzeit der MR wurden weitere Teilprojekte entwickelt, die zur Erhöhung der Wärmeauskoppelung führten. Das betraf einerseits den Ausbau der Infrastruktur-Fernwärmeleitung und die Er-schließung neuer Abnehmer, andererseits wurde betriebsintern die Energieeffizienz durch die Nachrüstung von Wärmetauschern am Laugenkessel und eines Brüdendampfkondensators gesteigert, und die rückgewonnen Abwärmemenge deutlich erhöht. Die Investitionen sind abgeschlossen, die Inbetriebnahme der Teilbereiche erfolgten 2015 und 2016. Der MRM auditierte die Maßnahmen nach den Kriterien des Energieeffizienzgesetzes. In Summe beträgt die Energieeffizienzsteigerung ca. 138.500 MWh für die beiden Jahre 2015 und 2016!
Weitere Umsetzungen sind noch im Laufen.

Angabe / Abschätzung der Kosten in EUR

Investitionskosten werden nicht im Detail angegeben.

Es wurden für einzelne Maßnahmen Förderungen im Rahmen der UFI/KPC beansprucht.
Die Vorteile liegen einerseits in der verbesserten Wirtschaftlichkeit und Absicherung des Standortes, andererseits verbessert sich durch die Wärmeauskoppelung und damit Verminderung der direkten Ver-brennung von Biomasse auch die Konkurrenzsituation im Rohstoffeinkauf.

 

Nachweisbare CO2 Einsparungen in Tonnen

Durch die Energieeffizienzsteigerung von ca. 138.500 MWh und Einspeisung in die Fernwärme wird bei einem durchschnittlichen Emissionsfaktor von ca. 0,12 tCO2/MWh ergibt sich eine CO2-Einsparung von ca. 16.000 Tonnen!

 

Projekterfolge (Auszeichungen) / Rückschläge in der Umsetzung

Der Bereich Abwärmenutzung und Fernwärmeauskoppelung wurde über die Tochterfirma Bioenergie Aichfeld GmbH beim Klimaschutzpreis 2014 eingereicht, damit konnte die Kategorie Industrie gewinnen!
Link: http://www.klimaschutzpreis.at/bioenergie-aichfeld-sieger-2014
Weiters gab es einige Presseartikel

Nachhaltige Perspektiven

Die Wirkung ist nachhaltig und langfristig. Auch wenn das Projekt überdurchschnittlich groß, können trotzdem die Maßnahmen im kleineren Stil auf viele andere Betriebe übertragen werden, welche zb. Wärme auskoppeln und die Umgebung versorgen.
Besonders wichtig erscheint für den Erfolg solcher Umsetzungen, dass die Entwicklung vor allem im Bereich der Infrastruktur und Fernwärmeerschließung mit erfahrenen Partnern im Netzausbau, Fern-wärmebetrieb und Kundenakquisition durchgeführt wird.

 

Motivationsfaktoren

Die Motivation kam vom Unternehmen heraus durch ein engagiertes Führungs- und Energie/Umweltteam, welche die Idee aufgegriffen und mit Partner umgesetzt haben.

 

Modellregions-Manager

DI Bärnthaler Josef

     43-3577-26664/23
     josef.baernthaler@eao.st

Ort
Zeltweg

DI Josef Bärnthaler: "Die Zellstoff Pöls AG zeigt mit ihren Investitionen, dass erneuerbare Energien und Energieeffizienz auch im großen Stil möglich sind. Sie verlängert dadurch die Wertschöpfungskette Holz durch eine kaskadische, sprich stoffliche und energetische Nutzung. Durch die Rückgewinnung von ungenützten Abwärmepotentialen wie Brüdendampf wird die Energieeffizienz zusätzlich gesteigert. Ein echtes Vorzeigebeispiel mit großen Wirkungen auf Energie- und Rohstoffeinsparung, sowie CO2-Reduktion!

 

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