Wachau-Dunkelsteinerwald: Stromboje (Nö)

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Durch die Erfindung der Stromboje durch die Fa. Aqua Libre wurde eine Möglichkeit geschaffen, die Kraft des Donauwassers auf umwelt- und landschaftschonende Weise für die Stromerzeugung zu nutzen. Im Zuge der Klima- und Energiemodellregion Wachau-Dunkelsteinerwald wird die Einbringung der ersten 8 Strombojen als Pilotprojekt unterstützt.

Modellregion:
Wachau-Dunkelsteinerwald *
Modellregions-Manager:
DI Schimek Michael
Projektinhalt und Ziel

Durch die Erfindung der Stromboje durch die Firma Aqua Libre wurde eine Möglichkeit geschaffen, die Kraft des Donauwassers nun doch für die Stromerzeugung zu nutzen - und zwar auf umwelt- und landschaftsschonende Weise. Die Stromboje, von der aktuell bereits Prototypen in der Wachau getestet werden, wurde 2010 sowohl mit dem Energy Globe Award als auch mit dem österreichischen Klimaschutzpreis ausgezeichnet.


Ziel ist es vorerst acht Strombojen in die Donau zu setzen. Dafür wurden vom Arbeitskreis Wachau -Regionalentwicklung und von der EVN Naturkraft entsprechende Anträge bei den zuständigen Stellen eingebracht. Im Vordergrund steht im Moment die Erlangung aller notwendigen behördlichen Genehmigungen.

Projektablauf

Seit 2006 testet die Fa. Aqua Libre diverse Prototypen. Im Zuge der Erstellung des Regionalen Energiekonzepts und der Einreichung zur KEM wurde die Projektidee für die Leader-Region Wachau-Dunkelsteinerwald interessant. Resultat jahrelanger Vorarbeiten waren die Anträge der Region sowie der Fa. EVN Naturkraft auf Ausbringung von jeweils vier Strombojen bei Kienstock sowie beim Spitzer Hafen zu stellen.


Die EVN und die Region kooperieren in Bezug auf die Behördenverfahren sowie die technische Beurteilung der Resultate der Versuchsboje von Aqua Libre und haben auch gemeinsame Gutachten für die Verfahren erarbeiten lassen.
 

Im Fall unserer Bojen wurden diese am 5. November 2012 zur naturschutzrechtlichen, schifffahrtsrechtlichen und wasserrechtlichen Genehmigung eingereicht. Die naturschutz- und schifffahrtsrechtliche Verhandlung hat dabei am 28. Jänner 2013 stattgefunden, dabei wurde ein Konsens bezüglich der Auflagen und Monitoringvorgaben erzielt. Für diese Verfahren wurden insgesamt vier Gutachten mit Unterstützung der KEM erarbeitet, die Grundlage für die Verhandlungen waren.
 

Was die wasserrechtliche Verhandlung betrifft, wurde diese zunächst von der Bezirkshauptmannschaft an die Landesregierung und anschließend aufgrund einer Entscheidung auf Bundesebene an das Lebensministerium delegiert. Inzwischen haben auch erste Gespräche mit dem Lebensministerium stattgefunden, weshalb Hoffnung besteht, auch das ausstehende wasserrechtliche Verfahren rasch abzuwickeln.
 

Im Lauf des Frühjahrs wird außerdem noch eine Zonierungskartierung der gesamten Wachauer Donau fertiggestellt, in der mögliche zusätzliche Strombojenstandorte mit weiteren zentralen Interessen an der Donau, wie Fischerei, Schifffahrt, Freizeitnutzungen oder bestehenden und künftigen Ökologisierungsprojekten für die Erreichung eines guten ökologischen Zustands der Donau im Sinn der EU-Wasserrahmenrichtlinie verschnitten werden, um in Bezug auf Lage und Dimension künftiger Projekte zu einem Konsens mit allen relevanten Akteuren und Interessenten an der Donau zu kommen.

Angabe / Abschätzung der Kosten in EUR

Bisher ca. EUR 17.500 (18.4.2012 bis 22.5.2013) für Gutachten wurden mit den MItteln der KEM finanziert.

Nachweisbare CO2 Einsparungen in Tonnen

bei vier Strombojen (Gesamtjahresleistung ca. 1 GWh) ca. 700

Projekterfolge (Auszeichungen) / Rückschläge in der Umsetzung


Die Stromboje wurde 2010 mit dem Österreichischen Klimaschutzpreis und dem Energy Globe Award ausgezeichnet. Unter www.aqualibre.at kann die Entwicklung der Stromboje mitverfolgt werden. Die Taufe der Stromboje 3 (Prototyp) wurde durch Landresrätin Mag. Barbara Schwarz vollzogen und das Projekt auch in den Medien dargestellt.


Die Tatsache, dass es sich bei der Stromboje um ein neuartiges Produkt handelt, bei dem in Bezug auf dessen tatsächliche Auswirkungen auf die Umwelt wenig bis keine Erfahrungswerte vorliegen, bedeutet ein unerwartet hohes Maß an Skepsis bei einigen relevanten Akteuren im Behördenverfahren. Der Status der Donau als Natura-2000-Gebiet bedeutet, dass die beteiligten Sachverständigen und BehördenvertreterInnen ein besonders hohes Maß an Vorsicht bei ihren Entscheidungen ansetzen.

Nachhaltige Perspektiven

Das Projekt stellt insbesondere für größere Flüsse eine Alternative zu herkömmlichen und mit einem hohen Maß an Verbauung einhergehenden Wasserkraftnutzungen dar. Bei entsprechender Serienreife und niedrigem Wartungsbedarf könnte das Produkt Stromboje insbesondere in entlegenen Gebieten in Schwellen- und Entwicklungsländern einen wertvollen Beitrag zu einer regionalen bzw. lokalen Elektrizitätsversorgung darstellen.

Modellregions-Manager

DI Schimek Michael

     43-676-6047731
     office@arbeitskreis-wachau.at

Ort
Spitz

Stefanie Dornstauder: "Die Stromboje ist eine einzigartige Erfindung, um die Wasserkraft der Donau auf umwelt- und landschaftsschonende Weise zu nutzen. Nachdem die Region Wachau-Dunkelsteinerwald ein hohes Maß an Erfahrung in der Umsetzung von pilothaften Projektvorhaben aufweist, bin ich zuversichtlich, dass wir auch dieses sehr komplexe Projekt positiv meistern werden." 

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