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Vorderwald

Die Gemeinden des vorderen Bregenzerwaldes haben sich zusammengeschlossen mit dem Ziel gemeinsam eine zukunftsfähige und enkeltaugliche Klima- und Energiepolitik zu gestalten. Seit 2010 setzen sie gemeinsame Maßnahmen um. Der Fokus lag die ersten Jahre auf Energieeffizienzmaßnahmen und den Ausbau der Energieproduktion aus erneuerbaren regionalen Energieträgern. Seit Umsetzung des Leitprojekts „Gut – Genug: Einkaufen und essen, was uns und dem Klima gut tut“ im Jahr 2014 und weiterer Gut – Genug Zyklen hat sich die ganzheitliche Betrachtung von Lebensstil und Alltagsverhalten und deren Klimawirkungen als dritter Schwerpunkt etabliert.

Besonderheiten: Der Vorderwald ist eine dünn besiedelte ländliche Region geprägt von landwirtschaftlichen Streusiedlungen aus zahlreichen Weilern. Der hohe Waldanteil sichert hohes Biomassepotential. Höhenlagen zwischen 600 und 1.600 m über dem Meeresspiegel sorgen für überdurchschnittlich hohe Möglichkeiten zur Nutzung der Sonnenenergie. In der kleinstrukturierten Region mit Gemeinden zwischen 400 und 2.000 Einwohnern kennt man sich – Bürgernähe und hohes Sozialkapital zeichnen die Region aus.

 

Beteiligte Gemeinden: Doren, Hittisau, Krumbach, Langen bei Bregenz, Langenegg, Lingenau, Riefensberg, Sibratsgfäll, Sulzberg


Modellregion seit 2009 Region befindet sich in der Weiterführungsphase 5 175,90 km² 11554 EinwohnerInnen Website der Modellregion Modellregions-ManagerIn:
DI Monika Forster
Ziele

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Der Energie- und Ressourcenautonomie in vielen kleinen und manch großen Schritten näher kommen – so könnte das Ziel in wenigen Worten gefasst werden. Die Energieregion Vorderwald möchte die Zeichen der Zeit erkennen und möglichst effizient für diese Schritte nützen. So stehen Effizienzmaßnahmen v.a. bei Kommunen und Haushalten ebenso im Fokus wie Projekte zu Suffizienz und Bewusstseinsbildung. Das Potential an nachhaltig erzeugbarer Energie in der Region ist maximal zu nutzen.  Wichtiges Ziel ist es, möglichst viele BürgerInnen dazu zu bringen, ihren Ressourcen- und Energieverbrauch kritisch zu hinterfragen.

Bereits durchgeführte Maßnahmen

Seit 2010 wurden zahlreiche Maßnahmen in den Bereichen Energieeffizienz, Erneuerbare Energie, Mobilität und Bewusstseinsbildung mit der entsprechenden begleitenden Öffentlichkeitsarbeit umgesetzt.

Seit 2011 erarbeiten die Gemeinden eine jährlich wechselnde, zeitlich beschränkte Energieförderung für die Region, die innovative Impulse für möglichst viele BürgerInnen setzen soll. In diesem Rahmen wurden z.B. der Tausch von über 1.700 Leuchtmitteln unterstützt und 320 Solaranlagen-Checks.

Über die PV-Aktion – eines qualitätsgesicherten 5kWp Rundum-Sorglos Angebotes regionaler Firmen zum Fixpreis – wurden über 65 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 390 kWp realisiert.

Die Gemeinden bauen auf geeigneten öffentlichen Gebäuden laufend Photovoltaik-Anlagen, so dass im Vorderwald rund 2,5 mal so viel PV Leistung pro Einwohner installiert ist wie im Landesdurchschnitt.

Im Rahmen der Vorderwald Energiemeisterschaft, in der sich über 50 Haushalte in Teams um die Einsparung eines gesetzten Ziels bemühten, wurden insgesamt über 61.000 kWh eingespart.

Über die Initiative Vorderwälder Brennholzbörse werden Brennholzsuchende an Waldeigentümer vermittelt, die ein Waldstück nach einer Nutzung zum Aufräumen haben. Damit bleibt Biomasse in der Region und der Wald profitiert durch bessere Bedingungen für eine standortangepasste Naturverjüngung.

In sieben von acht Gemeinden ist die Verwaltung elektrisch mobil und in nahezu allen Gemeinden gibt es seit 2017 die Möglichkeit des Autoteilens, in Sulzberg sogar eine Gruppe mit drei Elektroautos. Die Aktionen in der Gemeinde und der Region, u.a. im Rahmen des Projekts „Gut – Genug: Elektrisch Mobil im Vorderwald“, führten zu einem starken Anstieg von Elektroautos in Sulzberg (Anfang 2017 wurden 18 Elektroautos in der knapp 2.000 Einwohner starken Gemeinde gezählt).

Über die drei Projektzyklen „Gut – Genug“ zu Ernährung/Konsum und zu Elektromobilität und für junge Menschen wurden von 67 TeilnehmerInnen 44 Projekte mit Multiplikatorwirkung realisiert. „Gut – Genug: Einkaufen und essen, was uns und dem Klima gut tut“ wurde 2015 für den Österreichischen Klimaschutzpreis nominiert.

Im Schuljahr 2016/2017 sowie 2017/18 wurden Klimaschulenprojekte in sechs Schulen mit über 300 SchülerInnen umgesetzt.

Seit 2019 beschäftigt sich die Region verstärkt mit Kreislaufwirtschaft, insbesondere in der Land- und Forstwirtschaft und den damit verbundenen Erzeugnissen. Ebenso seit 2019 ist die Mobilität und das gute Auskommen von Fußgängern, Fahrradfahrern und motorisiertem Verkehr in den Ortszentren ein Schwerpunktthema.

In den Jahren 2014/15 sowie 2018/19 wurden Leitprojekte umgesetzt, die sich vor allem mit der Initiierung von dauerhaften Verhaltensänderungen in Haushalten befassen. Das Leitprojekt „Paris – Vorderwald“ wurde mit dem Energy Globe Vorarlberg und Österreich sowie mit dem „KEM Projekt des Jahres“ 2020 ausgezeichnet, das Leitprojekt „Gut – Genug“ wurde für den österreichischen Klimaschutzpreis nominiert. Die KEM Managerin wurde 2020 zur KEM Managerin des Jahres gewählt.

Geplante Maßnahmen

Die Energieregion Vorderwald möchte die begonnene Arbeit für die Energieautonomie konstant weiterbetreiben. Dazu gehören unter anderem

  • Schaffung von geeigneten Rahmenbedingungen in den Gemeinden für nachhaltige Mobilität, insbesondere für Fußgänger, Fahrradfahrer und die Nutzung des öffentlichen Verkehrs sowie Setzen von Impulsen für eine weitere Verbreitung der Elektromobilität.
  • Möglichst vollständige Bereitstellung der in der Region benötigten Energie aus erneuerbaren und regionalen Quellen. Insbesondere in der Raumwärme und in der Stromversorgung wird das 100 % Ziel bis 2030 angestrebt. Die jüngst gegründete Erneuerbare Energiegemeinschaft Vorderwald soll nach einer Pilotphase den Ausbau erneuerbarer Stromproduktion aus PV beschleunigen. Die Brennholzbörse Vorderwald wird weitergeführt. 
  • Stärkung regionaler Wertschöpfungskreisläufe und standortangepasster Landwirtschaft: die Anwendung eines Betriebsmanagementtools soll Daten zu Umweltwirkungen und zum Treibhauspotential landwirtschaftlicher Produktion liefern; ein Bildungsangebot für Kinder und Jugendliche soll die Bedeutung der Kreislaufwirtschaft schon in Kindergarten und Schulen verdeutlichen.
  • Ausarbeitung jährlicher, innovativer Förderimpulse für die gemeindlichen Energieförderungen
  • Unterstützung der Gemeinden in der Akquise von Fördermitteln für den Umweltbereich
  • Vermittlung von Beratungen für Betriebe und Gemeinden
  • Intensive Einbindung der Klimaakteure und Entscheidungsträger in den Gemeinden in die Umsetzung aller Maßnahmen; regelmäßige Sitzungen sichern Wissenstransfer und Anpassung an regionale Besonderheiten.
  • Öffentlichkeitsarbeit zu allen Aktivitäten der KEM
  • Aktualisierung des Umsetzungskonzepts der Region

Indikatoren

KategorieEinheit2017201820192020
Stromverbrauch gesamt pro EWkWh/EW5.680,005.614,005.574,005.341,00
Stromverbrauch (Industrie und Gewerbe) pro BeschäftigtekWh/Beschäftigte22.437,0022.445,0021.296,0020.094,00
Anteil neu zugelassene mehrspurige E-KFZ (rein batteriegetrieben)%4,182,862,945,56
PV installiert pro EWkWp/EW0,330,370,440,48
Stromverbrauch (Haushalte) pro EWkWh/EW1.621,001.640,001.664,001.669,00
Flächen der geförderten solarthermischen Anlagen (Wohngebäude) pro EWm2/EW1,771,821,841,86
Genehmigte klimarelevante Bundesmittel über KPC für die Region pro EWEUR/EW - 10,1033,7024,90

Die Erfolgsindikatoren dienen der Darstellung des KEM Fortschritts anhand belastbarer Zahlen. Jede KEM wählt mind. 5 Indikatoren aus einem Indikatorenset von über 30. Diese Indikatoren werden seit 2020 jährlich erhoben. Wenn Sie mehr darüber Erfahren wollen, dann klicken Sie hier.



Modellregions-ManagerIn

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DI Monika Forster

Energieinstitut Vorarlberg


 43-699-13120284
 monika.forster@energieinstitut.at

Berufliche Laufbahn

DI Landespflege und DI Wirtschaft, Energieberaterkurs; selbständige Tätigkeit in der Regionalentwicklung und Landschaftsplanung; Sachgebietsleitung Tourismus; Modellregionenmanagement


Ort
Stadtstraße 33, 6850 Dornbirn

"Die beständige und zielorientierte Zusammenarbeit der acht Gemeinden setzt eine kreative und positive Energie frei, die einen spannenden Prozess im innovativen Umgang mit Energie- und Klimaschutz anschiebt."

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